
Dalking.
Die Soldaten- und Kriegerkameradschaft Dalking darf sich als ältester Verein in der Gemeinde Weiding und in der Pfarrgemeinde Dalking bezeichnen. Und die Zukunftsaussichten sind ausschließlich positiv, denn eine überaus engagierte Vorstandschaft steht mit Herzblut hinter diesem Verein, der auch in der Gegenwart seine absolute Berechtigung hat. Auch die Tatsache, dass bereits heute auf das 150-jährige Jubiläum im kommenden Jahr geschaut wird und im Zuge dessen eine umfangreiche Vereinschronik entsteht, zeugt vom Zusammenhalt im Veteranenverein.
Aufarbeitung der Vereinsgeschichte
Ehrenbürger Konrad Schreiner widmet sich seit geraumer Zeit mit der Aufarbeitung der kompletten Vereinsgeschichte von Anfang an und durchstöbert so manches Archiv in der Gemeinde Weiding und darüber hinaus. Der große Stolz ist aktuell zweifelsfrei die restaurierte Salutkanone aus dem Jahr 1955. Und diese über Monate hinweg andauernde und grundlegende Instandsetzung und Aufhübschung aller Einzelteile darf sprichwörtlich als „Meisterleistung“ bezeichnet werden. Ein Mann, der sich hier großen Verdienst erworben hat, ist einer der beiden Kanoniere, Josef Deiminger. Über Monate hinweg gehörte die Kanone gleichsam zum Inventar seiner Werkstatt im Moosweg in Dalking. Vor wenigen Tagen traf sich die Vorstandschaft beim Kriegerdenkmal, um den Verantwortlichen von Verein und Gemeinde die fertige Arbeit zu zeigen und die Restaurationsschritte kurz Revue passieren zu lassen. Denn nicht weniger als fünf Handwerksmeister, nahezu alle aus den Reihen des Vereins, haben hier Hand angelegt, um die Kanone nach 70 Jahren wieder auf den neuesten Stand zu bringen. In rund 150 Arbeitsstunden stellten diese Männer auf das jeweilige Gewerk bezogen ihr fachliches Können unter Beweis. Über allem stand die Dankbarkeit und Hochachtung, denn sämtliche Arbeiten wurden unentgeltlich durchgeführt. Vor allem Deiminger bezeichnete es als Ehre, als Hauptakteur zu fungieren und diese Restauration durchführen zu dürfen.
Filigrane Arbeit verlangt viele Hände
Und ihm war es auch ein Anliegen, kurz die einzelnen Restaurationsschritte zu erläutern. Nach dem Zerlegen in sämtliche Einzelteile standen Reinigung und Entfernen von Pulverrückständen auf der Tagesordnung. In der eigenen Sandstrahlkabine habe er die Kleinteile von Rost und Lack befreit und im Anschluss mit Rostschutzgrundierung behandelt und schließlich neu lackiert. Auch die hölzernen Speicherräder sehen wieder aus wie neu, alle Holzteile wurden von den zahlreichen Lackschichten befreit und ganz neu mit Holzschutzöl behandelt. Nächster Akteur in der Reihe war Metallbaumeister Thomas Gruber, der für die hölzernen Räder Edelstahlringe angefertigt hat. Lackiermeister Walter Höpfl hat schlussendlich die großen Teile, die extern sandgestrahlt wurden, aufwendig spritzgespachtelt, grundiert und lackiert.
Ein neuer Holzgriff als i-Tüpfelchen
Der zweite Kanonier im Verein, Alois Daschner, hat zum Abschluss und als i-Tüpfelchen der aufwendigen Restauration einen neuen Holzgriff angefertigt und lackiert. Nach einer internen Beschussprobe wurde die Kanone nach Steinach bei Straubing gebracht und im dortigen Beschussamt geprüft. Für fünf Jahre gilt nun wieder diese wichtige Bescheinigung. In Sachen Beschriftung hat Andreas Wrba im Atelier von Gerhard Decker der Kanone mit Goldfarbe einen entsprechenden altdeutschen Schriftzug verliehen. Zum Vorstandschaftstreffen war zusätzlich Taferlbub Emil Deiminger gekommen, der auch erstmals das neue Vereins-Poloshirt trug.
Poloshirts für Groß und Klein
Walter Höpfl zeigte sich hier als großer Gönner und spendete den Mitgliedern dieses legere Vereinsoutfit. Am Ende dieser Zusammenkunft beim Kriegerdenkmal Dalking bedankte sich Vorsitzender Franz Spießl bei allen fleißigen Händen für diese absolut gelungene Restauration. So sei man für die Zukunft bestens gerüstet, um weiterhin die alte Tradition aufrecht zu erhalten, am Volkstrauertag oder bei Beerdigungen von verstorbenen Mitgliedern einen Ehrensalut abzufeuern. Die Vorstandschaftsmitglieder sprachen Glückwünsche zur gelungenen und vor allem unentgeltlichen Restauration aus.