
Weiding.
Gemeinde und Feuerwehr hatten geladen – und knapp 150 Personen, Groß und Klein, Jung und Alt, waren dieser Einladung zur großen Freude der Gastgeber gefolgt. Der Anlass dazu war ein zweifelsfrei besonderer und bedeutender: Die Grundsteinlegung zum neuen Feuerwehrgerätehaus an der Dalkinger Straße. Aufgeteilt auf zwei Veranstaltungsorte war dieser festliche Abend am Donnerstag, bei dem sich nicht nur die kommunalen Mandatsträger, sondern auch die Verantwortlichen der Blaulichtfamilie des Landkreises Cham, die große Feuerwehrfamilie Weidings und weitere Ehrengäste ein Stelldichein gaben und der Gemeinde als Bauherr dieser wichtigen Maßnahme die Ehre erwiesen. So trafen sich die vielen Gäste zuerst am Baugrundstück an der Kreisstraße CHA 9, um der Segnungsfeierlichkeit zum Grundstein sowie dem Einmauern der Zeitrolle aus Kupfer beizuwohnen und anschließend zur weltlichen Feier in der großen Aula der nur unweit entfernten Chambtal-Grundschule. Bürgermeister Daniel Paul oblag die Begrüßung. Und die Freude stand nicht nur ihm, sondern auch 2. Bürgermeister, Kommandant und Bauleiter Alwin Schlamminger ins Gesicht geschrieben. Denn nicht nur die gute und euphorische Stimmung, sondern auch die Sonnenstrahlen am späten Nachmittag taten ihr Übriges, um zum Gelingen der feierlichen Stunde beizutragen.
Bitte um unfallfreie Baustellenzeit
Pfarrer Franz Merl feierte mit der festlichen Gemeinde eine kurze Andacht, mit Gebeten, zugeschnitten auf den Anlass des Tages und die Belange einer Feuerwehr, sowie Weihwasser segnete er die mit feiner Handarbeit gefertigte Grundsteintafel. Oberministrant Leonhard Preiter übernahm die Inhalte wie Schriftlesung und Fürbitten. Hier stand besonders die Bitte im Vordergrund, dass die Baustellenzeit unfallfrei vonstatten gehen möge. Das Haus, das hier entsteht, solle ein Ort der Kameradschaft, des Lernens und der Bereitschaft im Dienst am Nächsten in Not über Generationen hinweg werden, so der Geistliche in seinen Worten. Mit Spannung erwartet wurden schließlich die handwerklichen Fähigkeiten von Bürgermeister Daniel Paul und Landrat Christian Schindler, denen die ehrenvolle Aufgabe oblag, zu dritt die am Vormittag verschlossene Zeitrolle aus Kupfer in die Außenwand am Eingang des Sozialtraktes einzumauern. Das Gemeindeoberhaupt verlas den Wortlaut der Urkunde zur Grundsteinlegung und ließ den Gästen den Inhalt der Kupferrolle wissen.
Dalkinger Kameraden stiften Grundstein
Ein besonderes Vergelt’s Gott galt hier fünf Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Dalking, die im vergangenen Dezember bereits die Kosten des Grundsteins im Rahmen der Christbaumversteigerung aus privater Tasche übernommen hatten. Nach der Begrüßung aller Gäste in der Aula der Grundschule hatte der Bürgermeister einen 3-minütigen Film vorbereitet, der im Zeitraffer die Baustellenzeit seit März dieses Jahres widerspiegelte. Hier wurde besonders ersichtlich, welche Mühen Baugrundstück und Bodenbeschaffenheit mit sich brachten, bis nun kürzlich die Bodenplatte betoniert und mit den Rohbauarbeiten durch die Firma Rädlinger begonnen werden konnte. Einen weiten Bogen bis zu den Anfängen der Planungen spannte schließlich Kommandant Alwin Schlamminger. Er blickte zurück bis in jene Zeit, als man noch an ganz anderem Standort und mit Kompromissen übersät ein neues Domizil für Weidings Floriansjünger plante. Und er zählte einen Reigen an Herausforderungen aus jüngster Vergangenheit auf, um schließlich den heutigen Tag der Grundsteinlegung erreichen zu können.
Sportlicher Zeitplan
Auch der weitere Zeitplan, so Schlamminger, sei nicht weniger sportlich. Und ein Ziel vor Augen, das auch seitens Kreisbrandrat und Landrat sofort auf Begeisterung stieß, war die Aussage, dass am Vormittag des Heiligen Abends ein Christbaum im bereits mit Fenster und Türen versehenen Rohbau leuchten soll. Ein Glühweinfrühschoppen wurde hier schmunzelnd als nächste Veranstaltung genannt. Ein ernstgemeinter Appell folgte zum Schluss, denn Gemeinde und Feuerwehr brauchen jede helfende Hand, es gebe in den kommenden Wochen und Monaten oft „Hand- und Spanndienste“, bei denen sich viele einbringen können und sollen, wünschte sich Schlamminger abschließend. Und er vergaß dabei nicht, das Engagement von Ehrenbürger Konrad Schreiner zu würdigen. Dieser werde den Baufortschritt in Wort und Bild festhalten und nach Fertigstellung der Feuerwehr Weiding eine Bauchronik übergeben. Landrat Christian Schindler erinnerte an seinen Antrittsbesuch Ende Juli, bei dem neben vielen anderen Themen der Gerätehausneubau im Mittelpunkt stand.
Begeisterung und Eifer spürbar
Er konnte die Euphorie, die Begeisterung und den Eifer aller Beteiligten spüren, dass man nun mit dem Gerätehausneubau an perfektem Standort durchstarten könne. Ein Feuerwehrhaus sei ein Ort der Begegnung und der Gemeinschaft, so der Landkreischef. Das Ehrenamt, das hier bis ins kleinste Detail stecke, sei mehr als vorbildhaft, so Schindler lobend. Die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Weiding und den beiden Bürgermeistern Paul und Schlamminger hob schließlich Kreisbrandrat Michael Stahl hervor. Ein Feuerwehrhaus sei aus Sicht der Bevölkerung ein „Objekt der Sicherheit“. Die Bevölkerung wisse zu schätzen, dass von hier aus Hilfe komme, schnell, unkompliziert, ehrenamtlich, unentgeltlich. Auch er freue sich, dass die Baumaßnahme endlich Form und Gestalt annehmen könne. Er dankte der gesamten Feuerwehrfamilie, die hinter diesem Projekt stünden sowie allen Mandatsträgern, denen die Pflichtaufgabe Feuerwehr eine Herzenssache sei.
Der Mensch im Mittelpunkt
Und Bürgermeister Paul meinte abschließend, auch nach der Fertigstellung werde wieder der Mensch im Mittelpunkt stehen, dem von hier aus in allen Einsatzbereichen geholfen werde. Ein köstliches Abendessen aus dem „Foodtruck“ der Firma Rädlinger sowie eine süße Nachspeise von den Damen der Feuerwehr folgte im Anschluss. Bei vielen guten Gesprächen hielten sich Groß und Klein noch lange auf und ließen den Abend Revue passieren. Musikant Jonas Hastreiter war mit seinen Woidlumpen zu Gast. Das Trio spielte den Gästen bis in den Abend hinein zünftig auf.