2020-12-28 - 65jähr Ehejubiläum Höcherl Döbersing bogen_slideshow_222x50px_neuesgelb

Große Jubelfeier wird definitv nachgeholt

Döbersing.
Eiserne Hochzeit zu feiern, das heißt 65 Jahre verheiratet zu sein, das schaffen heutzutage wohl die Wenigsten. Und wenn man sich dabei noch bester Gesundheit erfreuen kann, dann ist das einmal mehr Grund zu Freude. Oskar und Fanny Höcherl aus Döbersing wird diese Gnade zuteil. Seit sechseinhalb Jahrzehnten sie sie ein Ehepaar. Da eine Feier aufgrund der aktuellen Situation nicht möglich ist, verspricht der Jubelbräutigam: „Das wird definitiv nachgeholt!“. Daß Oskar Höcherl hier selbst als unterhaltsamer und musikalischer Mensch gerne aktiv ist, hat er schon bei vielen privaten und weltlichen Feiern bewiesen. Vor fünf Jahren zur Diamantenen Hochzeit war man in großer Runde und zur festlichen Tafel im Gasthaus „Zum Thürlinger“ in Thierling beisammen. Doch auch heuer in diesem besonderen Jahr wurde das Jubelpaar, das seit nunmehr genau 30 Jahren in der Gemeinde Weiding zu Hause ist, nicht vergessen. So gab es herzliche „Abstands-Glückwünsche“ von der eigenen Familie, den Kindern sowie von der politischen Seite. Neben Präsenten von Landrat Franz Löffler und Bürgermeister Daniel Paul durfte sich das Jubelpaar sogar über ein Geschenk aus der Bayerischen Staatskanzlei mit persönlicher Unterschrift des Ministerpräsidenten freuen. Auch die Kinder hatten sich was Schönes einfallen lassen. Beispielsweise bekamen die beiden Eltern neben Blumen ein gelungenes Glasbild mit der Gravur des Hochzeitsbildes von einst.
Oskar Höcherl erblickte am 7. November 1927 in Loibling bei Roding das Licht der Welt und besuchte die Volksschule in Trasching. Auch der Krieg zählt traurigerweise noch zu den Erinnerungen an Kindheit und Jugendzeit. Im November 1944 wurde er noch zur Wehrmacht nach Heilbronn eingezogen, kam nach Kriegsende in amerikanische Kriegsgefangenschaft nach Südfrankreich und Gott sei Dank bereits im Dezember 1945 wieder nach Hause. Beruflich verschlug es ihn schließlich ins württembergische Feuerbach zur Firma Bosch. Dort machte er bereits erste Erfahrungen mit der Gastronomie, was später sein Hauptberuf werden sollte.
Seine Ehefrau Fanny, mit Mädchennamen Fischer, wurde am 22. Oktober 1936 in Penting geboren. Nach der Volksschule im Ort ging es weiter zur Realschule der Armen Schulschwestern nach Cham. Hier war sie täglich viele Kilometer mit dem Fahrrad unterwegs. Kennengelernt haben sich beide in Roding. Am 27. Dezember 1955 heirateten sie schließlich in der Gemeindekanzlei Penting bei Bürgermeister Michael Fischer. Tags darauf wurde das Eheversprechen vor Gott in der Expositurkirche Trasching besiegelt. Den Kindern Gabi, Sandro und Axel wurde das Leben geschenkt. Enkelin Simone ist heute der große Stolz der rüstigen Großeltern. Nach der Hochzeit baute das Paar in Bissingen im württembergischen Kreis Ludwigsburg ein Haus. Später übernahmen die beiden dort eine Gastwirtschaft. Doch sollte wieder Ostbayern die Heimat der Höcherls werden. Durch Mitwirken des Cousins der Ehefrau, Dr. Max Fischer, kehrte das Paar 1967 zurück in die Heimat. Am Besten erinnert sich das Jubelpaar an die schöne Zeit in Furth im Wald. Hier wurde an der Grenze in Schafberg ein eigenes Wirtshaus gebaut, 1969 eröffnet und viele Jahre erfolgreich betrieben. Viel Politprominenz ging hier ein und aus. Stundenlang könnte das Paar darüber erzählen. Eine gute alte Zeit, trotz des Eisernen Vorhangs, durften die beiden dort an der Nahtstelle zwischen zwei politischen Welten erleben. Nach 23 Jahren in der Grenzstadt kaufte die Familie in Döbersing ein neues Zuhause und sind seither mit Pfarrei und Gemeinde fest verbunden. Bei Sohn Axel und dessen Familie in der Gibachtstraße in Döbersing fühlen sich beide sehr wohl. Erst kürzlich wurde das Badezimmer renoviert und geräumiger gestaltet.

Man sieht ihnen das Alter wahrlich nicht an: Oskar und Fanny Höcherl, 93 und 84 Jahre „jung“ können auf 65 gemeinsame Ehejahre blicken. Eine Feier ist im nächsten Jahr geplant.

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