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Ein neuer Ort des Innehaltens und Nachdenkens

Weiding.
Es ist sicherlich eine besondere Baustelle, die vor wenigen Wochen im Auftrag der Gemeinde Weiding begonnen wurde. Nach 60 Jahren entsteht zwischen Marienkirche und Friedhof Weiding eine neue Aufbahrungshalle, im Volksmund Leichenhaus genannt. Die Gemeinde investiert damit in einen Ort des Innehaltens und Nachdenkens vor dem Weg der Verstorbenen zur letzten Ruhestätte. So wurde am späten Nachmittag des vergangenen Freitags eine kleine Feierstunde anberaumt, zu der sich sowohl Gemeinderatsmitglieder, Vertreter der Baufirmen Müller, Kainzbauer und Nachreiner, Architekturbüros Neumann und Schnabel sowie etliche Pfarrangehörige einfanden. Und die Kirche feierte am Freitag zugleich das Fest „Kreuzerhöhung“. Sowohl in der Andachtsfeierlichkeit als auch in den Worten des Bürgermeisters wurden passende Verbindungen des katholischen Festes zur Grundsteinsegnung der neuen Friedhofshalle geschaffen.
Am Festtag „Kreuzerhöhung“
Pfarrer Franz Merl dankte in seinen Worten der Gemeinde für die Initiative, ein neues Leichenhaus mit WC-Anlagen zu bauen und sagte Vergelt’s Gott für den Wunsch und die Bereitschaft, den Grundstein sowie die Baustelle unter den Segen Gottes zu stellen. Er ging eingangs auf die Bedeutung des Festes „Kreuzerhöhung“ ein, als im Jahr 335 Helena, die Mutter von Kaiser Konstantin, der Legende nach das Holzkreuz Jesu gefunden, aufgestellt und es den Gläubigen gezeigt hat. Auch wenn im Zeichen des Kreuzes im Lauf der Geschichte viel Dunkles geschah, so bleibe es für uns Christen das Zeichen der äußersten Hingabe Jesu. Das Kreuz stehe als Wegkreuz am Rand unseres eigenen Lebensweges, stellte der Priester heraus. Bezogen auf das neue Leichenhaus bat der Geistliche im Segensgebet um das Erbarmen Gottes für alle Toten, die man hier aufbahren wird. Er mahnte dabei die Gläubigen zu begreifen, daß niemand auf Erden eine bleibende Stätte habe. Doch im Hause des himmlischen Vaters gebe es viele Wohnungen, so das Zitat aus der Schriftlesung zur Segensfeierlichkeit. Mit Weihwasser segnete sodann der Priester die Grundsteintafel sowie die Baustelle. Die Gläubigen stimmten dazu in das allseits bekannte Lied „Wir sind nur Gast auf Erden ein“. Anschließend war es nun den beiden Architekten Katrin Neumann und Markus Weber vorbehalten, zusammen mit Bürgermeister Daniel Paul die neue Tafel am Gebäude anzubringen. Maria Prasch sorgte dazu für einen dezenten Blumenschmuck. Fürbitten, die von Andreas Engl vorgetragen wurden sowie eine kleine Andacht aus dem Gotteslob rundeten die gottesdienstliche Feier ab. Pfarrer Merl erteilte letztmals den Wettersegen, ein Marienlied schloß die Andacht.
Aushängeschild einer Gemeinde
Bürgermeister Paul war es ebenfalls ein Anliegen, an diesem neuen Ort des Innehaltens einige Worte an die Gäste zu richten. Was vor 60 Jahren Neuland war, als die Toten noch bis zur Beisetzung zu Hause blieben, gehört heute zur Selbstverständlichkeit. Und eine Friedhofshalle sei zudem auch eine Art Aushängeschild einer Gemeinde, denn hier kommen neben den einheimischen Gläubigen oftmals auch viele Verwandte und Bekannte der Verstorbenen teilweise von weit her. Das Gemeindeoberhaupt stellte die Frage in den Raum, ob man sich als Gemeinde auch über so eine Baumaßnahme freuen kann. Denn eine Aufbahrungshalle sei zweifelsfrei ein Ort des Todes. Doch wer vom christlichen Glauben überzeugt sei, für den ist nicht das Grab, sondern die Liebe Gottes, die sich im Kreuz offenbarte, das Ziel zur niemals endenden Osterfreude. Dies sei jenes Leben, das am Holz des Kreuzes errungen wurde. Und dieses Kreuz könne man im neuen Bauwerk bereits in den Grundzügen erkennen. Es ist Eckstein unserer Kultur und ein Fundament, auf dem unsere ganze Gesellschaft aufruht, stellte Paul heraus. Daher sei der Termin zur Grundsteinsegnung bewußt am Festtag der „Kreuzerhöhung“ gewählt. Genau deshalb könne man sich ganz gewiß auch über so ein Gebäude, über so ein Bauwerk, das im Frühjahr seiner Vollendung entgegengeht, freuen, so der Bürgermeister. Er sagte abschließend den bisher am Bau beteiligten Firmen, den beiden Architekten Katrin Neumann und Markus Weber sowie den Damen und Herren des Gemeinderates ein herzliches Vergelt’s Gott für das gute Miteinander vom ersten Tag der Planung an.
Grundsteintafel gespendet
„Steinmetz Hans Stocker aus Kothmaißling hat für die Gemeinde unentgeltlich diese schöne Grundsteintafel angefertigt“, hob Paul dessen Engagement hervor. Auch dafür bedankte sich der Rathauschef herzlich. Mit dem Wunsch auf eine weiterhin unfallfreie Baustelle und einem kleinen Rundgang durch den Rohbau endete die Feierstunde.

Infos zur neuen Friedhofshalle:
Nach 60 Jahren Neubau zwischen Marienkirche und Friedhof Weiding.
Altes Leichenhaus aus dem Jahr 1958 wird im kommenden Jahr abgebrochen.
Nun auch erstmals WC-Anlagen bei Kirche und Friedhof Weiding.
Geplant wurde das Gebäude von Architektin Katrin Neumann aus Dalking, die Ausführungsplanung obliegt dem Büro Schnabel aus Bad Kötzting.
Die Fertigstellung inklusive Außenanlagen ist im Frühjahr 2019 geplant. 2019 wird die Weidinger Marienkirche 60 Jahre alt.

Pfarrer Franz Merl segnete mit Gebeten und Weihwasser die neue Grundsteintafel aus den Händen des Steinmetzmeisters Hans Stocker.     Die beiden Architekten Katrin Neumann und Markus Weber sowie Bürgermeister Daniel Paul brachten die Granittafel mit Erinnerungsgravur am noch im Rohbau befindlichen Gebäude an.     Eine kleine Andacht aus dem Gotteslob, gestaltet von Pfarrer Franz Merl und Andreas Engl, schloß sich an die Segnungsfeierlichkeit an.     Es wird zweifelsfrei ein ganz besonders würdiger Ort des Innehaltens und Nachdenkens: Die neue Aufbahrungshalle mit WC-Anlagen beim Friedhof Weiding. Darüber freuen sich Vertreter von Pfarrei, Gemeinde sowie der Architekturbüros.

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