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Ein Netzwerk für Integrations- und Inklusionsarbeit

Weiding.
Es ist in gewisser Weise Neuland, das die Gemeinde Weiding damit betritt. Mit dem Vorschlag von Gemeinderätin Johanna Schlamminger, einen Integrations- und Inklusionsbeauftragten für die Gemeinde Weiding zu bestellen, beschäftigte sich der Gemeinderat bereits in seiner ersten Sitzung. Dabei erklärte Schlamminger ausführlich die Begrifflichkeiten „Integration/Inklusion“, da unter Integration mißverständlich vorwiegend das Integrieren von Fremdländern anstelle der erforderlichen Integration von Menschen am Rande der Gesellschaft in deren Mitte verstanden wird. Daraufhin schlug Bürgermeister Daniel Paul diese zur Wahl vor, wohl im Wissen, daß sie aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen auf diesem Gebiet, das in sie gesetzte Vertrauen im Sinne derer, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, mit Herzblut und Engagement ausführen wird. Dabei gelte ihr Augenmerk, ihr bereits hierfür geschaffenes überregionales Netzwerk sukzessiv in der Gemeinde sowie im ganzen Landkreis auszubauen. „Denn nur gemeinsam in der Fläche kann die Herausforderung der am 26. März 2009 von Deutschland ratifizierten UN-Behindertenrechtskonvention gelingen und einen Mehrwert im ganzen Landkreis schaffen“ so Schlamminger.
Integrationslotsen zu Besuch
Am Mittwoch-Nachmittag statten zwei Ansprechpartner vom Landratsamt Cham, Treffpunkt Ehrenamt der Gemeinde Weiding einen Besuch ab, um Bürgermeister Daniel Paul und Gemeinderätin Johanna Schlamminger hinsichtlich dieser Thematik Hilfestellung zu leisten und sich gegenseitig kennenzulernen. Birgit Straube und Reinhold Huger freuten sich sehr über die Tatsache, daß die Gemeinde Weiding erstmals eine der 39 Landkreis-Gemeinden für diesen sensiblen Bereich einen Ansprechpartner beauftragt habe. Der Gedankenaustausch bei der anschließenden Diskussionsrunde zeigte vielerlei Themen auf, die allesamt dem Aufgabenbereich Integration/Inklusion zuzuschreiben sind und nicht isoliert betrachtet werden können. Zu den brennenden Themen die passenden Ansprechpartner und Lösungen gemeinsam vor Ort zu finden, dafür seien die Lotsen des Landratsamtes schließlich da, so der einhellige Tenor der beiden. "Menschen mit Defiziten egal welcher Natur, dürfen keineswegs „nebenher“ in der Gesellschaft leben, sondern in deren Mitte" so Schlamminger. Auch Bürgermeister Paul nannte einige Beispiele aus Maßnahmen und Aufgaben der Gemeinde, bei der das Thema Behindertengerecht und Barrierefreiheit in den letzten Jahren zunehmend eine Rolle gespielt habe. Unter anderem der zunehmende Bedarf aus Altersgründen.
Die größte Herausforderung einer gelungenen Integration- und Inklusion stelle jedoch nicht die noch fehlende Struktur und Hilfestellung dar, sondern "das Abbauen der Barrieren und Berührungsängste in den Köpfen der Menschen" so Schlamminger. Da gelte es ihrer Meinung nach, vorrangig und bereits im Kindesalter anzusetzen. "Integration und Inklusion ist ureigenes Menschenrecht! Und müsse deshalb erstlich da stattfinden, wo die Menschen leben - in den Dörfern, Städten, Gemeinden", so ihre Worte im Gespräch mit den beiden Integrationslotsen des Landratsamtes Cham und dem Bürgermeister.
Um das zu erreichen, bedürfe es gemeinsames Handeln vor Ort aber auch auf politischer Ebene. Dabei sicherte ihr bereits das Gemeindeoberhaupt sowie der Gemeinderat mit seinem einstimmigen Beschluß deren Unterstützung zu.
Gemeinderätin Schlamminger möchte vertrauliches Bindeglied und Sprachrohr für die Belange der Bürger, welche Handlungsbedarf anmelden, sein. Das sei ihr großer Wunsch.
Um den Worten Taten folgen zu lassen, schlug sie dem Rathauschef eine Bedarfserkundung sowie die Erstellung eines Aktionsplans zur Umsetzung der Bedarfe vor. Hierzu ist bereits ein Treffen im Landratsamt zum Gesprächsforum mit allen Vertretern der hierfür zuständigen Organisationen geplant. Im Anschluß werde sie gemeinsam mit dem Bürgermeister vor Ort Gespräche mit dem Seniorenbeauftragten, Sportbeauftragten und den Vereinsverantwortlichen führen, sowie die öffentliche Einrichtungen besuchen. So ihr Fahrplan für 2020.
Abschließend war man sich einig, dieser Thematik in der nun seit Mai gestarteten neuen Legislaturperiode immer wieder die notwendige Beachtung zu schenken, verschiedene Projekte zu initiieren und die Bevölkerung bei so mancher Maßnahme und Aktivität hierfür zu sensibilisieren.

Mit Elan und der notwendigen Unterstützung durch die Verantwortlichen im Landratsamt, Treffpunkt Ehrenamt startete Gemeinderätin Johanna Schlamminger (1. sitzend v.re.) in ihre neue Aufgabe als Integrations- und Inklusionsbeauftragte der Gemeinde Weiding.

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